Archive for Sprache

Wann ist aus “Kaffee, bitte!” “Welcher denn?” geworden?

// June 29th, 2010 // 1 Comment » // Alltag, Berlin, Sprache, kulturelle Kuriositaten

Wir waren am WE zum 48 Stunden Neukölln-Fest und nach einer etwas eigenwilligen Aufführung im Körnerpark, hieß es dann erstmal “Einen Kaffee bitte!”.

Worauf die mir unerklärliche Frage folgte, “na welcher denn?”.

Na hoi, hab ich was verpasst? Ein Kaffee ist doch ein Kaffee, dacht’ ich immer, entweder klein oder groß, Tasse oder Kännchen aber welcher? Wenn ich was Anderes gewollt hätte, dann hätt ich das doch auch gesagt. Latte, Cappuccino oder Espresso. Oder trinkt einfach keiner mehr “einen Kaffee”? Fragen über Fragen!

Ich trink dann erstmal einen Kaffee und grübel da noch ein bisschen drüber nach. Wie immer, schwarz und ohne alles 8-) .

Zwiespältige linguistische Identität

// June 5th, 2010 // No Comments » // Alltag, Berlin, Sprache, kulturelle Kuriositaten

Deutsch - Englisch … German - English … Parlez-vous francais? … ¡Sí, señor! …. ahhh, dank je wel ….

Auch wenn man mittlerweile auf deutschen Boden haust und wohnt, heißt das irgendwie noch lange nicht, dass man damit auch Ordnung in den linguistischen Knoten im Kopf kriegt … jedenfalls fällt mir das manchmal schwer.

Ganz spannend auch, wenn man gerade sehr vertieft an der nächsten Übersetzung sitzt, hoch konzentriert bis in die Haarspitze, dann poltern ungewollt alle Wörter durcheinander … that’s na because halt weil …

Manchmal läßt man es mit Deutsch ganz bleiben: wenn man sich mit anderen internationalen Verpaarungen trifft, bei denen die Pärchensprache auch Englisch ist und ein Teil deutscher Muttersprachler, kann es vorkommen, dass wenn ich und besagter anderer deutscher Muttersprachler der Verpaarung allein zugegen sind,
wir gleich beim Englisch bleiben.

Nachdem das verwundert festgestellt wurde, kurze Frage, wieso denn eigentlich? Gute Frage, ist einfacher und weniger umständlich,
als den Kopf komplett auf Deutsch und dann wieder auf Englisch umzustellen, denn solange brauchen die anderen beiden zum Kaffee holen nun auch wieder nicht.

War ja eigentlich nur eine Frage der Zeit …

// January 9th, 2010 // 2 Comments » // Alltag, Amsterdam, Sprache, kulturelle Kuriositaten

… bis mich ma einer ankackt, warum ich noch kein Niederländisch spreche, aber so unewartet, wie das heute passiert ist, damit hatte ich nicht ganz gerechnet.

Ich steh in der Schlange, ganz friedlich … da dreht sich eine kleine & alte Niederländerin um, erzählt mir was, ich lächle verlegen und meine, Sorry, ich spreche kein Niederländisch …

Bis heute kam immer zurück: „No problem at all!”

Heute gab’s einen unwirschen NL-Wortschwall und ich so, ahem, ich versteh’s nicht …

„Schimpf - schimpf - fuchtel - schimpf - wütend gugg - fuchtel - schimpf”

Von wegen anpassen … schon wahr, aber ich hätte ein Tourist sein können, jemanden besuchen können … und wenn sich so ein Niederländer in den Urlaub nach Bali begibt, wird der sicher auch kein Indonesisch lernen …

Ich mein, ich versteh schon meistens, was abgeht, aber außer Danke, Guten Morgen und dem Klassiker „Kekje in Bertje-Form :-) „ isses mit dem Sprechen halt noch nicht soweit.

Aber mich dünkt, ihr entging eventütel die Ironie der Szene: Mich auf NL vollkacken, warum ich kein NL spreche, geht eigentlich nach hinten los.

Ich weiß, bin nicht zu Besuch und auch kein Tourist, aber momentan muss ich mir wieder eine neue Bleibe suchen, daher muss der Sprachkurs noch einen Moment warten … aber ich komme gleich und bis dahin, Dank je wel & Tot ziens!

Armer Kollege

// September 26th, 2009 // 1 Comment » // Online, Sprache

Übersetzer brach während Gaddafi-Rede zusammen:

Hier lang bitte.

Wenigstens hat der Artikelschreiber auch mal die eigentlich korrekte Berufsbezeichnung verwendet. Dolmetscher war das und nicht der Übersetze. Tsk tsk tsk.

AUTSCH!!!

// August 4th, 2009 // 4 Comments » // Alltag, Arbeit, Online, Sprache

Das tut weh.
So gefunden heute früh, bei meinem alltäglichen Streifzug durch die Jobbörsen und Suchmaschinen:
In the context of the personnel switching we look for our customer, a renowned enterprise in the IT-Industry, in the region Karlsruhe for one

Ihre Aufgaben:

  • You translate technical and economical documentations, marketing documents, web pages and user interface files of the German into English.
  • You support the foreign partners with tasks of translation.

Ihr Profil:

  • Your native language is American English.
  • You have very good German knowledge.
  • Experiences in translating technical documents round your profile off.
  • Knowledge is of advantage in handling the translation software Trados.
  • You have experience with the usual Office applications.

Ihre Chancen:

Interests and motivates? Then you convince us. You send your application please preferentially by email in German language. From written applications on the post office way we ask to refrain, since we do not send these back. We look forward to you!

econoMARK Karlsruhe
Fritz-Erler-Straße 1
76133 Karlsruhe
Tel.: (0721) 933 817-0
Fax: (0721) 933 817-29
E-Mail: karlsruhe@economark.de
Internet: www.economark.de

Schade, dass man sich nicht mal darum bemüht hat, die Maschinen-Übersetzung glatt zu bügeln. Ich war dann doch neugierigerhalber mal auf www.economark.de und siehe da, natürlich wird betont, wie viel Wert auf Qualität gelegt wird. Hm, kann man aber von der Anzeige hier wirklich nicht behaupten.

Naja, meine Zehennägel haben sich vor Schmerz und Pein auch wieder entrollt.

(*) Kann natürlich sein, dass die Anzeige offline genommen wird und der Link somit nicht mehr zugänglich ist. Die Anzeige ist ja nicht wenig peinlich.

Meine Sprachrealität

// July 28th, 2009 // 2 Comments » // Alltag, Sprache

Die hab ich letztens mal wieder bemerkt.

Generell immer dann gern, wenn sich Adams und mein Freundeskreis treffen … oder nur er meinen :-) .

Vor allem da er jedes Mal grandios unterschätzt, wie ungewohnt das ist, sich plötzlich in einer Fremdsprache zu artikulieren, auch wenn man es kann und Englisch zumindestens für den Small Talk verwenden kann. Aber plötzlich steht dann so ein echter Brite vor einem und dann mal los!

Meine Sprachrealität „boingte” letztens an etwas Anderem an:
Adam hat für seine neue WG einen Schreibtisch vom schwarzen Brett der Uni käuflich erworben, alles gut und schön, E-Mail-Verkehr mit der Verkäuferin, nur die Verkäuferin spricht überhaupt gar kein Englisch, jedenfalls keins ohne Babelfisch und das hat auch nicht wirklich funktioniert und da wurde sehr schnell kapituliert.
Für mich ist das so Alltag, ich hab mich da echt gewundert, dass einer GAR KEIN Englisch kann.
Muss man ja auch nicht, dafür ist ja unsereins (Übersetzer mein ich) ja auch da … zu Denken gab’s mir trotzdem und sowas teile ich auch gern an dieser Stelle mit euch.

Gehabt euch wohl 8-) !