Archive for kulturelle Kuriositaten

Zwiespältige linguistische Identität

// June 5th, 2010 // No Comments » // Alltag, Berlin, Sprache, kulturelle Kuriositaten

Deutsch - Englisch … German - English … Parlez-vous francais? … ¡Sí, señor! …. ahhh, dank je wel ….

Auch wenn man mittlerweile auf deutschen Boden haust und wohnt, heißt das irgendwie noch lange nicht, dass man damit auch Ordnung in den linguistischen Knoten im Kopf kriegt … jedenfalls fällt mir das manchmal schwer.

Ganz spannend auch, wenn man gerade sehr vertieft an der nächsten Übersetzung sitzt, hoch konzentriert bis in die Haarspitze, dann poltern ungewollt alle Wörter durcheinander … that’s na because halt weil …

Manchmal läßt man es mit Deutsch ganz bleiben: wenn man sich mit anderen internationalen Verpaarungen trifft, bei denen die Pärchensprache auch Englisch ist und ein Teil deutscher Muttersprachler, kann es vorkommen, dass wenn ich und besagter anderer deutscher Muttersprachler der Verpaarung allein zugegen sind,
wir gleich beim Englisch bleiben.

Nachdem das verwundert festgestellt wurde, kurze Frage, wieso denn eigentlich? Gute Frage, ist einfacher und weniger umständlich,
als den Kopf komplett auf Deutsch und dann wieder auf Englisch umzustellen, denn solange brauchen die anderen beiden zum Kaffee holen nun auch wieder nicht.

Sind sie Amerikaner?

// March 13th, 2010 // No Comments » // Deutschland, Suchen und Finden, kulturelle Kuriositaten

Nee.

Na dann ist ja gut.

Na hoi? Das war zugegebenermaßen neu für uns, als wir diese Frage bei einer Wohnungsbesichtigung am Donnerstag hörten.

Erklärt wurde die Frage dann auch mal kurz, denn besagter Immobilienmakler muss wohl mal an einen US-Amerikaner vermietet haben und der zog nicht allein ein, sondern mit einem Schwadron an Anwälten und nur über die wurde kommuniziert, selbst wenn nur die Lampe im Hausflur kaputt war.

A bissl merkwürdig fanden wir das trotzdem, aber na gut, für gewöhnlich reicht ja eine schlechte Erfahrung mit einem Vertreter (in) einer Nation und man verdammt dann gleich mal alle. Klingt komisch, is aber so.

Da besagter Immobilienmakler Russischer Herkunft war, dachte ich für einen Moment, ich krieg den kalten Krieg nachgespielt :P .

Soeben geschehen bei der Post:

// March 8th, 2010 // No Comments » // Alltag, Deutsche halt, kulturelle Kuriositaten

Ich hatte meinen Brief für meine zukünftige Krankenkasse einzuwerfen, also hab ich auch gleich einen Stapel Briefe mit Ziel England und USA mitgenommen, die hier so rumlagen und wegmussten.

Ich also zur Postdame, angefangen, die Umschläge aus der Tasche zu holen, Lächeln aufgesetzt und meinte so, ich würde die gern verschicken.

4xUK und 1xUS

Ich gehe mal davon aus, dass mein wohl informiertes und kluges Leserpublikum sich denken kann, wo UK und wo US is, ne wah?

Die Postdame so: „Ukraine?”

Ich noch am Umschläge aus der Tasche ziehen, da hab ich das so schnell gar nicht mitgeschnitten.

Postdame: „Also die gehen in die Ukraine?”

Ich gugg.

Annett: „Nee, UK, das ist das Vereinigte Königreich, United Kingdom.”

Postdame: „Also in die Ukraine?”

Annett: „Großbritannien?”

Postdame: „Ukraine?”

Annett: „England?”

Postdame: „Ah! Da müssen Sie das nächste Mal Großbritannien drauf schreiben.”

Annett: „Das können die Engländer dann doch nicht lesen?! Ich dachte die zwei Buchstaben Codes sind dafür da? D für Deutschland zum Beispiel. Ich dachte, das kann mach durchaus machen?”*

Postdame: „Für Deutschland schreibt man GERMANIA.”

Postdame weiter: „US?” (Für maximale Entfaltung des Humorpotenzials bitte DEUTSCH lesen ;-))

Annett: „United States, Vereinigte Staaten?”

Postdame: „???”

Annett: „USA?”

Postdame: „???”

Annett: „Amerika?

Postdame: „Ah.”

Nur gut, dass sie sowas von Berufswegen auch GAR nicht wissen muss und sollte ;-) .

* Die Länderkennung tut jetzt nicht zwingend Not (vor allem, wenn man das Land eh nochmal drunter schreibt), aber ich fand das Gespräch trotzdem klasse. Und so ein UK drauf mehr oder weniger macht den Braten auch nicht mehr fett 8-) .

War ja eigentlich nur eine Frage der Zeit …

// January 9th, 2010 // 2 Comments » // Alltag, Amsterdam, Sprache, kulturelle Kuriositaten

… bis mich ma einer ankackt, warum ich noch kein Niederländisch spreche, aber so unewartet, wie das heute passiert ist, damit hatte ich nicht ganz gerechnet.

Ich steh in der Schlange, ganz friedlich … da dreht sich eine kleine & alte Niederländerin um, erzählt mir was, ich lächle verlegen und meine, Sorry, ich spreche kein Niederländisch …

Bis heute kam immer zurück: „No problem at all!”

Heute gab’s einen unwirschen NL-Wortschwall und ich so, ahem, ich versteh’s nicht …

„Schimpf - schimpf - fuchtel - schimpf - wütend gugg - fuchtel - schimpf”

Von wegen anpassen … schon wahr, aber ich hätte ein Tourist sein können, jemanden besuchen können … und wenn sich so ein Niederländer in den Urlaub nach Bali begibt, wird der sicher auch kein Indonesisch lernen …

Ich mein, ich versteh schon meistens, was abgeht, aber außer Danke, Guten Morgen und dem Klassiker „Kekje in Bertje-Form :-) „ isses mit dem Sprechen halt noch nicht soweit.

Aber mich dünkt, ihr entging eventütel die Ironie der Szene: Mich auf NL vollkacken, warum ich kein NL spreche, geht eigentlich nach hinten los.

Ich weiß, bin nicht zu Besuch und auch kein Tourist, aber momentan muss ich mir wieder eine neue Bleibe suchen, daher muss der Sprachkurs noch einen Moment warten … aber ich komme gleich und bis dahin, Dank je wel & Tot ziens!

Neuer Job – neue Stadt – neues Umfeld …

// September 28th, 2009 // 6 Comments » // Alltag, Amsterdam, Deutsche halt, Niederlande, kulturelle Kuriositaten

… und plötzlich muss man sich selber bespaßen.

So geschehen beispielsweise letzten Mittwoch - in die Schwimmhalle gehen.

Ich wollte mich mal sportif betätigen, also da hin und ich war kurz nach halb 7 da, das Schwimmerbecken macht Mittwochs erst 20 Uhr auf. Ich könnte mich bis dahin im Recreatifbereich selber bespaßen. Probieren wir das mal. Ganz so pralle ist das mit einem selber im Recreatifbereich nun auch wieder nicht. Nach 45 Minuten Selbstbespaßung bin ich dann wieder abgedampft.

Samstag war dann beispielsweise Food Night im Osten Amsterdams. Das ganz große Fressen praktisch. Wenn im Netz steht, aber 18 Uhr, bin ich natürlich 18 Uhr da und gugg dann allen erstmal beim Aufbauen zu.

Dieser genetisch bedingte Pünktlichkeitswahn.

Wenn im Internet aber steht, das Schwimmerbecken macht erst 20 Uhr auf, dann führt auch kein Weg vorher rein :-(

Tsk tsk tsk, diese Unstimmingkeiten aber auch immer. Hunger hab ich ab den angekündigten 18 Uhr, aber nix da, zum Schwimmen komm ich trotzdem nicht eher.

Mein eigentlich Punkt aber:

Selbstbespaßung ist noch sehr gewöhnungsbedürftig. Zumindestens für mich. Vor allem dann, wenn noch vor kurzem Freunde in greifbarer Anrufnähe waren, theoretisch auch das Schwesterherz, wenn man sich nicht um zwei Tage verpasst hätte und natürlich auch in Form als Pärchenkombo.

Vote of confidence

// August 27th, 2009 // 2 Comments » // Alltag, Amsterdam, kulturelle Kuriositaten

On my flat hunt today, I came across an interesting case:

The ad explicitly asked for a future male flat mate seeing as there are already two living there.

I have lived with two Spanish dudes in Valladolid and lived to tell the tale, so I write and ask if a female companion is within the realms of possibility.

And this is the answer:

Sorry the other house partner has objections to females dwelling in the same place, he cannot do that  towards his girlfreind in the USofA

Bloody brilliant that is. Go and grow some and act like you’ve got a pair. Well, the search continues.