Archive for Deutsche halt

Soeben geschehen bei der Post:

// March 9th, 2010 // No Comments » // Alltag, Deutsche halt, kulturelle Kuriositaten

Ich hatte meinen Brief für meine zukünftige Krankenkasse einzuwerfen, also hab ich auch gleich einen Stapel Briefe mit Ziel England und USA mitgenommen, die hier so rumlagen und wegmussten.

Ich also zur Postdame, angefangen, die Umschläge aus der Tasche zu holen, Lächeln aufgesetzt und meinte so, ich würde die gern verschicken.

4xUK und 1xUS

Ich gehe mal davon aus, dass mein wohl informiertes und kluges Leserpublikum sich denken kann, wo UK und wo US is, ne wah?

Die Postdame so: „Ukraine?”

Ich noch am Umschläge aus der Tasche ziehen, da hab ich das so schnell gar nicht mitgeschnitten.

Postdame: „Also die gehen in die Ukraine?”

Ich gugg.

Annett: „Nee, UK, das ist das Vereinigte Königreich, United Kingdom.”

Postdame: „Also in die Ukraine?”

Annett: „Großbritannien?”

Postdame: „Ukraine?”

Annett: „England?”

Postdame: „Ah! Da müssen Sie das nächste Mal Großbritannien drauf schreiben.”

Annett: „Das können die Engländer dann doch nicht lesen?! Ich dachte die zwei Buchstaben Codes sind dafür da? D für Deutschland zum Beispiel. Ich dachte, das kann mach durchaus machen?”*

Postdame: „Für Deutschland schreibt man GERMANIA.”

Postdame weiter: „US?” (Für maximale Entfaltung des Humorpotenzials bitte DEUTSCH lesen ;-))

Annett: „United States, Vereinigte Staaten?”

Postdame: „???”

Annett: „USA?”

Postdame: „???”

Annett: „Amerika?

Postdame: „Ah.”

Nur gut, dass sie sowas von Berufswegen auch GAR nicht wissen muss und sollte ;-) .

* Die Länderkennung tut jetzt nicht zwingend Not (vor allem, wenn man das Land eh nochmal drunter schreibt), aber ich fand das Gespräch trotzdem klasse. Und so ein UK drauf mehr oder weniger macht den Braten auch nicht mehr fett 8-) .

Neuer Job – neue Stadt – neues Umfeld …

// September 28th, 2009 // 6 Comments » // Alltag, Amsterdam, Deutsche halt, Niederlande, kulturelle Kuriositaten

… und plötzlich muss man sich selber bespaßen.

So geschehen beispielsweise letzten Mittwoch - in die Schwimmhalle gehen.

Ich wollte mich mal sportif betätigen, also da hin und ich war kurz nach halb 7 da, das Schwimmerbecken macht Mittwochs erst 20 Uhr auf. Ich könnte mich bis dahin im Recreatifbereich selber bespaßen. Probieren wir das mal. Ganz so pralle ist das mit einem selber im Recreatifbereich nun auch wieder nicht. Nach 45 Minuten Selbstbespaßung bin ich dann wieder abgedampft.

Samstag war dann beispielsweise Food Night im Osten Amsterdams. Das ganz große Fressen praktisch. Wenn im Netz steht, aber 18 Uhr, bin ich natürlich 18 Uhr da und gugg dann allen erstmal beim Aufbauen zu.

Dieser genetisch bedingte Pünktlichkeitswahn.

Wenn im Internet aber steht, das Schwimmerbecken macht erst 20 Uhr auf, dann führt auch kein Weg vorher rein :-(

Tsk tsk tsk, diese Unstimmingkeiten aber auch immer. Hunger hab ich ab den angekündigten 18 Uhr, aber nix da, zum Schwimmen komm ich trotzdem nicht eher.

Mein eigentlich Punkt aber:

Selbstbespaßung ist noch sehr gewöhnungsbedürftig. Zumindestens für mich. Vor allem dann, wenn noch vor kurzem Freunde in greifbarer Anrufnähe waren, theoretisch auch das Schwesterherz, wenn man sich nicht um zwei Tage verpasst hätte und natürlich auch in Form als Pärchenkombo.

Sonne, Klavier und Zeitung

// June 21st, 2009 // No Comments » // Alltag, Deutsche halt, Kleine Freuden

So einfach, so schön …

Gestern war’s mal wieder soweit, da schien zur Abwechslung mal die Sonne und ich saß mit meiner Zeitung auf dem Fensterbrett und lauschte dem Klavier-Über … Ich glaube, das kommt von Gegenüber … Bin mir nicht sicher, ist eigentlich auch egal, so lange der Klavier-Über weiter am Klavier übt und ich das hören kann …

Zwischendurch meldet sich noch eine Violine von irgendwoher … In der Straße scheint ein halbes Orchester zu wohnen … nur kurz erwähnt, und jetzt bitte weiterspielen ;-)

Steht die Mauer noch?

// May 30th, 2009 // 1 Comment » // Alltag, Deutsche halt, Neuigkeiten, Reiserei, Sprache

Also wirklich … das könnte man fast meinen!

Da wollten wir das lange WE (21. - 24. Mai) dazu nutzen, zur Abwechslung mal ein bisschen in Deutschland zu reisen und uns die eine oder andere Ecke anzuguggen, aber daraus wurde mal wieder nix.

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Erzwungene Freundlichkeiten …

// May 8th, 2009 // 2 Comments » // Alltag, Deutsche halt, Sprache, kulturelle Kuriositaten

… oder so kommt es einem zumindestens vor, wenn man als Kunde in Deutschland unterwegs ist. Vergleiche mit anderen Ländern lass ich jetzt mal, schließlich ist man ja hier und nicht dort.

Aber wenn man versucht nett lächelnd als Kunde gegenüber zu treten, kriegt man erstaunlich selten auch nur ein Zucken in den Mundwinkeln zurück. Und wenn man dann mal doch ein sonniges Gemüt als Gegenüber hat, fühlt sich deutscher Small Talk krampfig an. Kannste sagen, was’de willst, Schwafeln Reden ohne was gesagt zu haben, das haben Briten und Neuseeländer und auch Australier einfach mal drauf :P (kann ich aus eigener Erfahrung mal ganz frech behaupten).

Und da hat er sich doch eingeschlichen, der Ländervergleich. ‘Tschuldigung. Mein Fehler.

Heißt das jetzt aber, Deutsche kriegen keine natürliche Nettigkeit bzw. nette Natürlichkeit hin? Nee, oder? Ich lächele auf jeden Fall weiter und gugg mal, was zurück kommt.

So, alle weitermachen und mitlächeln bitte! Schließlich scheint jetzt gerade in diesem selben Augenblick die Sonne und das WE steht vor der Tür.

Gehabt euch wohl!