1 Monat Neuseeland
// May 27th, 2008 // Neuigkeiten, Neuseeland, kulturelle Kuriositaten
(…war’s als ich das hier geschrieben habe.)
Und zur “Feier des Tages” sind wir fuer ein paar Tage nach Wellington (= Hauptstadt, auch wenn jeder Auckland dafuer haelt), um uns ein bisschen dringend benoetigten Tapetenwechsel zu goennen.
Damit das auch stilecht losgeht, sitzen wir endlich im Bus Richtung Flughafen und mir faellt nach 10 Sekunden ein, Scheisse, Reisepass oben liegen gelassen. Wieder rausgespurtet, Reisepass geholt und dann in den naechsten Bus Richtung Flughafen. Dort angekommen bleiben uns 13 Minuten, um den Check-In-Schalter zu finden. Einmal durch die Wartehalle geflitzt und die freundliche Dame meint dann nur, nee den Reisepass brauch ich nicht sehen. Volltreffer. Naja, lieber so als anders herum.
Was kann ich denn noch so berichten? Ein sehr vertrauensseliges Voelkchen die Neuseelaender, denn selbst wenn man beim Schwarzfahren erwischt wird, gibbet keine Strafe. Kann passieren, das man beim naechsten Halt rausgeschmissen wird. Oder besser: Man sagt, der Kollege hat schon kontrolliert und gut ist.
Und langsam kann man sich auch an das overkill-freundliche “Hi, how are you?” “Fine, how are you?” “Fine, thanks.” anstelle eines simplen Hallos oder Guten Tags gewoehnen. Und ich mach mittlerweile aber auch alles absolutely totally gern und das ist dann entweder sweet oder excellent oder manchmal auch lovely and great. Overpolitenness@its best
.
So allmaehlich ist auch der “OH MEIN GOTT, IST DAS TEUER HIER!” Realitaetsschock ueberwunden. Alles nach Asien sieht erstmal kacketeuer, aber dafuer sauber aus. Und wenn wir hier schon bei Schock und Gewoehnung sind: Kommt man aus England, findet man das hier super guenstig (”Oh, that is so ridiculous, 2 $ for a train journey? In London you pay 6 pounds!”), aber wenn man aus LE kommt, kriegt man hier einen Preisschock nach dem anderen (zuzueglich erschwert durch Asienpreise) und die Realitaet um die Ohren geknallt, was denn beispielsweise eine Wohnung so kosten kann.
In Wellington sind wir dann gleich mal ins Te Papa Museum geflitzt. Sehr schoen. Erstmal umsonst und mit ganz viel zum Anfassen und Knoepfe druecken und ueberhaupt.
Wir sind gerade in der “Erdbeben/Vulkane/Plattentektonik” Abteilung udn ich drehe einen Riesenglobus und suche Neuseeland. Neuseeland ist ganz weit unten udn ich faul und voellig konditionslos fuchtel mit dem Fuss in Richtung Neuseeland rum, um Adam diese Wahnsinnserkenntnis mitzuteilen. Bei besagter Erdkugel steht ein indischer Anwalt, der auf meine Fussfuchtelei hin meint: “A next Hitler!”
I am joking.
I am only pointing.
Adam meint dann nur so: She IS from Germany.
Praktisch ein Kommentar-Volltreffer.
Ich dreh mich um zu anderen dargestellten Umwelt- und Naturkatasrophen und Adam unterhaelt sich kurz mit dem Indienanwalt (daher weiss ich auch, dass er ein Anwalt aus Indien ist
) und der will wissen, woher wir denn kommen.
Ja, ich bin doch tatsaechlich aus Deutschland. Oooooooooooooooooooooohhhhh
Dem erschrockenem Gesichtsausdruck nachzufolge tut dem die Bemerkung immer noch Leid.
Ansonsten kommt auf mein “I am from Germany.” - Satz des Oefteren ein “I (once) have/had a German roommate.” Wahlweise auch der Bruder oder Schwippschwager, der mal mit jemand Deutschen zusammengelebt hat. Ich fuehl mich ueberrepresentiert.
Wellington verlassen wir nach ein paar Tagen mit dem Overlander Zug, der gediegene 12 Stunden vor sich hintuckert (Wir sind schon laenger fuer weniger Kilometer unterwegs gewesen
) und gern auch mal fotografierfreudige Geschwindigkeit an den Tag legt. Und hier laesst sich ein bisher eher selten beobachtetes Phaenomen beobachten: Menschen, die mit DigiCam und Videokamera unterwegs sind. Ich geb ja zu, dass meine Fotos sicherlich nur leidlich interessant sind, wenn man nicht selbst auf dem Zug war, aber Fotos und Film? Wem will man denn das antun? Und was gibt es wohl langweiligeres als stundenlang Landschaftsaufnahme vom Zug aufgenommen anzugugg’n? Verstoesst das nicht gegen irgendwelche Menschenrechte? Wenn nicht, sollte man das doch bitte einfuegen.
Und die Schafe hier sehen aus wie laufend Plueschkopfkissen. Sowas haett ich gern. Ich hab den Schafen in Europa jetzt nicht so viel Beachtung geschenkt und kann jetzt sein, dass die da auch so plueschig daher kommen. Wer jetzt seine hochqualifizierte Meinung zur Plueschigkeit europaeischer Schafe loswerden will, nur zu, gern auch mit Bildmaterial.
Noch ein Schuss Erkenntnis zum Schluss:
Selbstgespraeche fuer ich zur Haelfte auf Englisch und beim Schwimmen herrscht auch Linksverkehr. Gut zu wissen. Und haufenweise Werbeunterbrechung gibt’s hier auch. 4x pro Simpsons-Folge is dann doch ein bisschen uebertrieben.
