What Lonely Planet doesn’t tell you, we do!
// April 8th, 2008 // Vietnam
Ach nee.

Da hat sich aber jemand was vorgenommen und wir haben das mal ausprobiert
.
Vor Buchen mit Innoviet, die mit diesem Slogan werben.
Okay, wir haben ein paar Agenturen abgegrast, ein paar sehr schlechte und abschreckende Reviews im schoenen Internet gefunden und nach der Vollpleite in “My Son” (Hoi An) haetten wir gegen eine schoene, nicht touri-durchgestylte Tour nichts einzuwenden. Also, ein bisschen mehr gezahlt und losgelegt.
Aber zuvor muss ich mich erstmal vom Schock erholen. Ich wandele seelig entspannt die Strassen von Ho Chi Minh Stadt entlang, eine blinde Masseuse hat gerade ihre Kuenste an mir walten lassen, als mir ein Motorbike entgegen kommt und versucht, mir den Brustbeutel (quer ueber die Schulter gehangen und am Hosenbund festgeknotet) zu entreisen! Die Mission ist zwar fuer diesen Vollhorst von dreibeinigem Gesindelarsch gescheitert, erschrocken bin ich trotzdem maechtig. Saemtliche Entspannung war auch dahin *grummel* Aber eines laesst sich jetzt definitiv bestaetigen, Ho Chi Minh Stadt ist bei Nacht ein gefaehrliches Oertchen, und dabei hatte alles so schoen angefangen hier …
*Melodramatischer Flashback*
Als wir aus dem Flughafen kommen und versuchen in den Bus zu steigen, laesst man uns. Wahnsinn. Und dann freundet sich der Herr Fletcher noch kurzerhand mit dem Vietnamesen hinter uns an, der sich als Guide entpuppt und auch nch ein bisschen was Interessantes zu erzaehlen hat. Ich werd bekloppt. Auch wird hier nicht auf Schritt und Tritt versucht, dir etwas an den Mann bzw. Frau zu bringen. Ohhhh! Ahhhh! Sehr schoen, ich stelle fest, ich mag Ho Chi Minh und dass das Institut der blinden Masseure gleich um die Ecke unserer Unterkunft liegt, hat rein gar nix damit zu tun
*und wieder zurueck vom Flashback*
Nach Buchen mit Innoviet, die durchaus zurecht mit diesem Slogan werben.
Als erstes buchen wir einen Halbtagesausflug zu den Cu Chi Tunneln, 70 km ausserhalb der Stadt und Hauptzentrale des Vietcong waehrend des Krieges.
Natuerlich gibt es ‘ne Menge Stories von anderen Travellern, von wegen, Massenabfertigung, keine Zeit fuer die Tunnel an sich und ach ja, Schiessstand zwischendurch, denn so verdienen die ihr Geld. *hmpffff* Unkostenbeitrag meist 5 bis 6 $ + Eintritt.
Innoviet dagegen will 10 Doller + Eintritt *HmpfffHmpfff* Wozu das denn? Okay, versprechen uns kleine Gruppe. Ist ja schon mal was.
Was aber erst beim Eintreffen klar wird, ist, dass wir gar nicht bei der Touri-Massenabfertigung sind, sondern zu dem Teil des Tunnelsystems gefahren sind, zu dem fuer gewoehnlich die Vietnamesen pilgern, wenn sie sich mal mir ihrer Geschichte auseinander setzen wollen. Daher auch nur eine einzige andere Touri-Gruppe, bestehend aus drei Mann. Wir schlagen das locker mit unserer 2-Mann-Touri-Gruppe und haben somit eine de facto private Fuehrung durch erst ein Dorf von damals und dann waschechtes Kriechen durch die Tunnel, der laengste Abschnitt fuer uns 120 Meter. Mann, ich hab in meinem Leben noch nie so geschwitzt …
Nach dieser sehr positiven Erfahrung wagen wir es und buchen 3 Tage/2 Naechte auf dem Mekong und im Delta, inkl. Aufenthalt bei einer Gastfamilie und allerlei zum Anguggen. Ich hab zwischendurch mal nachgefragt, ob denn ueberhaupt Touristensaison sei, und sie meinte, es sei Hochsaison. Merkwuerdig. Wir haben bis auf einmal keine anderen Touristen gesehen und waren echt ein bisschen weg vom Schuss.
Haette ich nicht zwischendurch einen kleinen, aber feinen Anfall von Magenkraempfen bekommen, die mich gezwungen haben, einen halben Tag auszusetzen, kann man die Mekong-Tage als Highlight zusammen mit Ha Long Bay setzen!
Die Magenkraempfe bekam ich, als wir bei der vietnamesischen Gastfamilie naechtigten. Als ich dann am naechsten Morgen nicht mit zum schwimmenden Markt konnte, hab ich allerlei vietnamesische Heilmittelchen, unter anderem einen Kaffee-Shorty bekommen, bei den Vietnamesen ist alles immer fuer irgendetwas gut, die Frucht fuer die Leber, das Getraenk fuer die Arme und Huehnchenhaut gut fuer die eigen Haut - wieder was dazu gelernt … alles gut ueberstanden und ein dritter Arm ist mir auch nicht gewachsen
Und waehrend man mich mit Mittelchen gesunden lassen will, wird Adam mit Reiswhiskey abgefuellt. Ich hab das Zeug auch mal probiert und hab es sofort in den Beinen gemerkt … Maenner unter sich, da kommt man so als gediegener Westeuropaer mit zwei, drei Glaesern auch nicht davon … und zur Kroenung wird dann noch der “Schlangen-Whiskey” rausgekramt und weiter angestossen. Vielen Dank auch. Ich lehne ab. Deute auf meinen Magen. Schade, ich muss da leider passen
Nebenbei haben wir uns mit voelliger Sprachbarriere zu den Vietnamesen gesetzt und Jackfruit geschaelt und danach noch Fruehlingsrollen (mit bretthartem Reispapier) zusammen gerollt … und im Hintergrund sind Huehner wie wild umhergelaufen. Auch sehr schoen.
Als wir dann aber Froesche im Zimmer hatten, die sich mit Vorliebe nah bei Adams gruenem Rucksack aufhielten, fand ich das jetzt nicht so toll. Nun ja, die Froesche blieben dann da und ich hab mir dafuer ‘ne ladung Muecken- und Sonstwas-Stiche mitgenommen.
Auch sehr interessant die sogenannte “Mekong Toilet”. Oha. Ein schoener Anblick, wenn noch ein Kaninschen vorbeihoppelt und wenn man dann der Taschenlampenstrahl die Augen trifft, sieht es aus, wie ein Zombie-Karniggel - traegt erheblich zur Atmosphaere bei
.

Zwischendurch gab es dann immer ein bisschen Schippern auf dem Mekong, ganz ramontisch unter einem fantastischen Sternenhimmel oder bei einem blutroten Sonnenaufgang (ja, so frueh waren wir schon unterwegs
).
Wohl dann, man kann sagen, Versprechen erfuellt und von uns waermstens empfohlen!
***
Ho Chi Minh Stadt Unterkuenfte:
Luan Vu Guesthouse, 35/2 bui vien street, Dist. 1
Sehr schoen, sauber und freundlichen Angestellten, leider etwas ueber unserem regulaerem Budget (22 $) und auch wenn wir gern laenger geblieben waeren, voll ausgebucht, so dass wir unseren Aufenthalt nicht verlaengern konnten.
Also sind wir dann in eine der vielen Seitenstrassen abgedampft und haben uns fuer nette 12 $ ein Zimmer ein bisschen vom Schuss gegoennt, nur an den Namen kann ich mich nicht mehr erinnern
Einfach schraeg gegenueber in die naechste Seitengasse, bis zum letzten Drittel laufen und dann linker hand.

Schade, dass man hier nicht mit Bildern antworten kann, sonst hätte ich mein romantisches Klohäuschen im Sonnenuntergang in Damaskus entgegengesetz
Hoffe du bist wieder gesund mein haselpups :-*
Das haett ich gern gesehen, was ist mit deinem Flickr Account?
Alles wieder im grasgruenen Bereich hier