Idiotien und Selbstueberschaetzung
// February 19th, 2008 // Laos
pflastern unseren Weg durch Laos.
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Da sich die Idiotien noch in Grenzen halten, fang ich bei denen kurz an.
Mein Lieblingsvorfall: Fahrradverleih.
Wir mit zwei Mountainbikes unterwegs und da darf auch ein Schloss nicht fehlen. Zwei Raeder hatten wir geliehen, zwei standen noch in der Garage und der Gute hatte sage und schreibe ein Schloss uebrig. Wie die Rechnung aufgehen soll, ist mir ein Raetsel. Ich denke mal, unsere Raeder sind mit Peilsendern ausgestattet und wenn er die anderen auch noch verleiht, folgen die uns, finden uns und wir schliessen vier Raeder mit einem Schloss zusammen. So kann man auch Leute kennenlernen ![]()
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Die restlichen Kuriositaeten mischen sich meist bei der Selbstueberschaetzung mit unter.
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Die wohl ernuechternste war, als wir uns Mini-Scooter ausleihen wollten. Meine Fahrerkuenste bewerte ich an der Stelle mal lieber nicht; ich hab mir Mini-Scooter wie Strand-Buggy vorgestellt: Beschleunigen und Bremsen, das ist alles. Dass das Ding Gaenge und sowas hat, damit kann ja keiner rechnen. Also machen wir ein Probefahrt und ich lass mich ein paar Meter von dem Ding fahren, Adams Versuche sind unwesentlich besser und wir gedenken unserer heilen Knochen und lassen das ganze Unterfangen lieber bleiben … Anscheinend ist das den Verleihern an sich egal, denn einen Fuehrerschein will keiner sehen und die Frage, ob wir sowas ueberhaupt fahren koennen, kam auch nicht. Kurzer Gruss an den gesunden Menschenverstand an der Stelle
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Pub Quiz. Sehr gesellig, sehr spassig, wenn man denn nun zwischendurch auch mal eine Frage beantworten kann. Sport? Keine Ahnung. Suedostasienquiz? Aehem … ?! Von den drei Beinen auf der Flagge von “Isle of Man”, hab ich auch noch nie gehoert. Welche Pflanze blueht nur aller 120 Jahre? Seh ich aus wie ein Botaniker? Hatte nur Bio Grundkurs, da kam das nicht vor (eine speziell Bambusart isses, mehr hat man uns auch nicht verraten
).
Kurzum, ‘ne Menge Bildungsluecken geschlossen und wieder mal bemerkt, leider nicht so klug, wie man das gern haette.
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Die schoensten Selbstueberschaetzungen gibt es jedoch, wenn der werte Herr Fletcher seine “mental map” von Ort sowieso rauskramt. Gestern wieder so ‘ne Orientierungsbluete rausgehauen. Wir sind gerade in Vang Vieng, sehr touristisches Zentrum und unser Hostel liegt auf einer Insel ein bisschen weg vom lauten und alkoholhaltigen Trubel. Dahin gibt es zwei Wege: ein Bezahl-Bruecke oder ein entgeltfreier Bretterverschlag, der als Bruecke (besser “Bruecke”) herhaelt. Als Sparfuechse nehmen wir natuerlich die kostenguenstige Variante, finden die auch, einmal kurz drueber geschlingert und dann den Trampelpfad genommen. Den falschen. Und dann in voller ramontischer Pracht unter Fast-Vollmond gemaess der Fletcher’schen “mental map” ueber ein Stueck Insel irren. Yehaaa!
Adam: Hm, was ist das da wohl?
Annett (kurz Paranoia-Modus noch angeschmissen): WO? WAS? WER? WIE?
Adam: Na, das da.
Annett: Sieht aus wie ein Busch. Kann aber auch eine augenlose, wilde Bestie sein, die auf verirrte Touris lauert und dann losschlaegt, sobald man in Naehe ist.
Adam: Was war das fuer ein beunruhigendes Geraeusch?
Annett: WAS? WIE? WO? WER? GERAEUSCH?
Adam: Da entlang, ich seh Licht.
[Dunkel war's, der Mond schien helle ...]
Annett: Wo ist das Licht? ‘N Weg? Weisst du, wo wir sind? Wo wir hinmuessen?
Adam: Na so in etwa.
[Schnee bedeckt die gruene Flur ...
bei diesem Beispiel war es Kuhscheisse, noch und noecher. Und ja, einer von uns is da auch reingelatscht und ich war es nicht.]
So in etwa entpuppte sich der Irrweg zum Hostel, jedoch fuehrte der Weg uns an eine Stelle, wo es zwar Wasser, aber keine Bruecke gab. Also das Ganze wieder zurueck.
Adam: Sind wir hier richtig?
Annett: ???
Adam: Oh ja, ich seh die Monsterbuesche, ja hier muessen wir lang.
Wir hatten natuerlich keine Taschenlampe, Karte oder aehnliches, was der Orientierung behilflich sein koennte.
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Und weil das so ein Spass war, heute Kajak-paddeln und in Hoehlen rumkrabeln. Sind wir fit? Nee, nicht wirklich, macht aber nix, wir sind mit Eco Tourism Laos unterwegs, die wissen, was sie tun.
Ein kleine, aber feine Truppe, auf geht’s.
Ich sass noch nie im Kajak-Paddelboot, Adam das letzte Mal vor fuenf Jahren (was ihn gleich fuer den Titel “Captain Kajak” qualifizierte).
Wir paddeln arglos los, hatten aber nicht mit dem teuflisch-sadistischen Reiseleiter gerechnet. Als ersten Stopp ging es nur so zum Spass an der Freud ueber eine sehr, sehr wackelige Drahtseilbruecke, mit ein paar Bambusbretter (durchgebrochen natuerlich) und in einem Zustand, da haette selbst Indiana Jones Schiss bekommen. Ich hab da oben ganz ploetzlich das Beduerfnis bekommen, ne Diaet zu machen. Man will ja fuer zukuenftige Brueckenerlebnisse gewappnet sein. Denn die sind immer fuer schlanke asiatische Koerper ausgerichtet, nicht fuer wohlstandsgespeckte Westeuropaer wie mich
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Nun gut, nacheinander alle darueber, nur um am Brueckenende wieder auf die andere Flussseite gebracht zu werden. D’oh!
Weiter geht’s, zur ersten Hoehle. Taschenlampen brauchen wir nicht, die werden gestellt, hat uns am Vortag der freundliche Mann vom Eco Tourism Buero versichtert. Taschenlampen? Ach iwo, Kerzen! Voll romantisch und wir laufen wie vollgekleckerte (Wachs) Tannenbaeume umher. Schick anzusehen, aber gesehen hat man nicht wirklich viel.
Und weil das so spassig war, das gleiche in einer anderen Hoehle nochmal. Damit das nicht zu langweilig wird, hab ich mir die Beine aufgekratzt und zum Abschluss konnte man sich dann hoechst grazil durch ein Loch quetschen und wenn man sich dabei das Rueckgrat verknotet und den Kopf ordentlich gestossen hatte, war man am Ziel … naja, so mehr oder weniger.
Wie dem auch sei, ich warte auf den Muskelkater und freue mich, mich der Herausforderung gestellt zu haben, und beim Paddeln auch nur einmal aus dem Boot gefallen zu sein - welch ein Erfolg! (Zweimal waren wir kurz davor, beim Dritten Mal gab es kein Halten mehr.)
Kurzer Nachtrag:
Ganz vergessen, noch zu erwaehnen, wie “sicher” wir uns mit dem sadistischen Guide gefuehlt haben, als er uns durch die Hoehlen geleitete; ich bin mir sicher, der hatte nicht mal ein Pflaster dabei, als er meinte, ja dort, die ein Zentimeter breite Kerbe im Felsen, da entlang, da kannst du mit dem Fuss rein, da, wo es nass ist … und der ganze Spagat waehrend mir die beiden Kerzen Arm und Hand vollgetropft haben … Yehaaa, aber dank des sympathischen Nervensystems hab ich davon nicht viel mitgekriegt, sondern war einfach nur heilfroh, als man endlich wieder Tageslicht gesehen hat.

Hey,
wann gibt es das buch und die verfilmung…ich hau mich hier weg.
du bist ne marke…echt mal…
noch gaaaaaaaaaaaaaaanz viel spaß und 123456789umarmungen
nur gut dass die den führerschein nich wolln…adam hat sei n ja eh nich mehr*evelishhahahah*
un übetr deine fahrkünste müssen wir n ich weiter redn un hülln besser den mantel des schweigen s drüber
knutachiiiiiiiiiiiiiiiiiiii
Hallo Annett,
regelmäßig verfolgen wir Eure sehr interessanten Reiseberichte, haben mitgebangt wegen des Wintereinbruchs und sind froh, dass Ihr relativ unbeschadet den “Sprung” in die Wärme geschafft habt.
Für die “restlichen” ca. 2/3 Eurer Reise wünschen wir Euch viel Glück, beste Erfolge… nicht nur mit Taxifahrern und weitere angenehme, unvergessliche und eindrucksvolle Erlebnisse.
Liebe Grüße an Dich und Adam aus weiter Ferne von
Deinem Vati,
der froh ist, wenn wir uns gesund und glücklich wiedersehen!