Eine Busfahrt, die ist lustig, eine Busfahrt, die ist schoen …

// January 25th, 2008 // China, Huang Shan, Wuhan

… fuer uns trifft das natuerlich nicht zu und wir kriegen den: *Nachtbushorror*!

     

Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll. *Aaaaarrrghhh* Also, der Plan war, mit einem Nachtbus von Huang Shan nach Wuhan zu reisen.

- von Shanghai nach Huang Shan roll ich spaeter auf - 

Dafuer waren 12 bis 13 Stunden vorveranschlagt - okay. Preis 20 eus - auch okay und wir sparen eine Nacht Kosten fuer Uebernachtung.

Erstes Stirnrunzeln meinerseits, als die Frage nach einer Toilette verneint wurde. Na gut, noch schnell die Vokabel fuer Toilette gelernt und es kann losgehen.

  

18:00 bis 23 Uhr 21.01.2008

Wir fahren los, zuegig, zielsicher. Ich penn langsam weg, lebensrettende (das Leben der Anderen) und gedulderhaltende (meine Geduld) Oropax lassen einen Bus voll schnarchender Chinesen und einem Briten ertragen. Gegen 23 Uhr kommen wir zum Stillstand, koennte am Schnee liegen. Ich schlaf wieder ein.

                                                       

7:00 Uhr 22.01.2008

Ich werde wieder wach. Theoretisch haetten wir schon im Anmarsch auf Wuhan sein sollen, praktisch sind wir seit letzter Nacht schaetzungsweise 100 Meter vorwaerts gerollt. Nicht viel fuer acht Stunden.

   

7:00 bis 12:00 Uhr 22.01.2008

Wir stellen uns an, um eine Bruecke zu ueberqueren.

                              

12:00 bis 13:00 Uhr 22.01.2008

Wir ueberqueren eine Bruecke.

                         

13:00 Uhr bis 23:00 Uhr 22.01.2008 

Wir wenden und stellen uns wieder an, um ueber die Bruecke wieder zurueckzufahren.

Einzige, eher unbeachtete Notdurft-Moeglichkeit: unter einer Bruecke (einer anderen).

Proviant: ein paar Milchbroetchen.

Getrunken wird nicht. Find es eh erstaunlich, dass ich staendig aufs Klo muss, obwohl ich GAR NIX getrunken habe.

   

23:00 Uhr 22.01.2008 bis 12:00 Uhr 23.01.2008

Wir erreichen Wuhan.

      

12:00 Uhr bis 13:00 Uhr 23.01.2008

Reifenwechsel auf irgendeinem Hinterhof. Da legt sich eine Scheissdreckstoele unter den Bus und Busfahrer weigert sich, loszurollen (bin zu dem Zeitpunkt an die 40 Stunden im Bus, da bleibt fuer Nettigkeiten kein Nerv; zumal die Chinesen alles essen, was vier Beine hat, ausser vielleicht einen Tisch, darunter auch kleine Babyschildkroeten, aber wenn da so ein reudiges Vieh liegt, wird natuerlich Ruecksicht genommen).

    

14:00 Uhr 23.01.2008

Endstation. 44 Stunden anstelle von 12 Stunden! In Worten vierundvierzig!!!

Raus aus dem Bus. Dass ich das nochmal erleben darf!

Beine funktionieren auch noch ordnungsgemaess und fuehren uns nach einem kleinen Umweg ueber sehr grenzdebile chinesische Polizisten ins Holiday Inn.

Nach kurzem Verhandeln kriegen wir ein Zimmer fuer umgerechnet 45 Euro, knapp am Budget, drauf geschissen (und gespuelt) und Zimmer genommen.

Dusche! Yeha! Aufs Klo mit Tuer wann man will und ohne vorher fragen - ein Traum!

Das Beste kam dann am naechsten Morgen, das Fruehstuecksbuffet: ein kongenialer Mix aus chinesischen und westlichen Spezialitaeten, auf der 27. Etage eines rotierenden Restaurants, fuer 5 eus pro Person. Yehaaaaaa!

    

Die gute Nachricht: ich hab endlich meine Scheu verloren, mich oeffentlich zu erleichtern!    

Ich beschreib euch mal kurz die Szenerie, waehrend ich mir noch ein bisschen auf die Schultern klopfe.

Betonboden mit Loch, manchmal mit, manchmal ohne Porzellanvorrichtung zum Draufhocken, manchmal mit, manchmal ohne kniehoher  Mauer, die solche Loecher von einander abgrenzen. Tuer? Keine Spur. Also hocke ich da mit einigen Chinesinnen wie Huehner auf der Stange, waehrend die Chinesinnen das beeindruckende Kunststueck vollbringen, gleichzeitig zu Kacken und hoechst geraeusch voll vor sich Hinzurotzen, stehen mit 10 Zentimeter Abstand schon die naechsten vor einem und warten hoechst ungeduldig, bis man fertig wird. Gespuelt wird nicht, ich denke mal, da ist der Gedanke des Wassersparens vorranging.

   

Ich hab in einem Blog gelesen, das Chinesen Privatsphaere nicht brauchen/haben/respektieren; das kann ich nun auch bestaetigen.

     

Wir werden uns die naechsten Tage weiterhin psychologisch betreuen lassen, bis wir vollstaending begriffen haben, dass wir 44 Stunden, fast zwei ganze Tage in diesem miefigen Bus verbracht haben.

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8 Responses to “Eine Busfahrt, die ist lustig, eine Busfahrt, die ist schoen …”

  1. susi says:

    …wie lieb von dir dass du uns an deiner reise so intensiv teilhaben lässt…aber ich glaub…so genau will das NIEMAND wissen…
    ich glaub morgen bekomm ich ne garke…herzlichen dank…
    da bin ich froh…dass ich nich interessiert bin nach china zu führen…bei meinem problem mit nacktheit wär ich dort bestimmt schon geplatzt…weil ich mich gar nich hätte entleeren könn..
    pfuipfuipfui…
    ich hoffe wir werden solche photos nich bi deinen reiseberichten mit angucken müssen

  2. susi says:

    …aber s is deine offene art warum wir dich ja sooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo lieben:-)))

  3. susi says:

    …so…ich wurde deznt darauf hingewiesen dass die formilerung…dass s niemand interessiert ein wenig unnett klingt…obwohl ich der meinung bin dass du weißt wie s gemeint ist…aber du weißt…s ist soooooooooo schön zu hören wie chinesn toilettieren;-)))
    du wirst wo wissen welcher schalk mich auf mein fehlverhalten hingewiesen hat

    …kussi…

  4. annett says:

    Dir ist natuerlich frei gestellt, die Sache zu kommentieren, wie du magst, ausserdem kenn ich dich ja, dass du von Toilettengeschichten nicht so begeistert sein wirst, war mir klar ;-) Aber du hast einen bequemen, trockenen, warmen Sitz und LIEST nur davon, es war kalt, windig und stinkig und ich hab es live miterlebt - in Farbe und bunt!
    Ausserdem gibbet hier halt nicht nur schoene Geschichten zu berichten 8-) Gruesse an den Schalk ;-)

  5. florian says:

    Ich liebe Toilettengeschichten. Wie ein berühmter Niederlönder mal sagte: Scheiß ist übel, scheissen ist sehr angenehm. Anscheinend aber nicht immer.

    Meine beste Erfahrung in dem Klobereich war in Estland, in einer halboffener Hütte an einem Parkplatz, umgeben von tausenden Mücken. China ist noch viel spannender, aber dafür auch weniger verlockend.

    Viel Spass und grüß den Tommy für mich.

  6. Mechi says:

    au ja, ich will die beweisfotos!!!
    immer wieder herrlich dein leben & leiden!

  7. annett says:

    Das mit den Fotos ist gar nicht mal so einfach; vor allem da in vielen Internetcafes die Flickr.com-Seite gesperrt ist, aber ich bleib weiter am Ball.
    Neuester Clou: Adams Portemonee wurde geklaut und ich hab meine Brille zerkloppt.
    Dazu gibt es sicherlich noch einen ausfuehrlicheren Post, zum Thema “Wohin uns das Glueck verfolgt.” 8-)

  8. annett says:

    @Mechi: Um eventuell deine Frage von der SMS zu beantworten bezueglich der Homepage, ich schreib das auf Wordpress. War das jetzt die richtige Antwort?

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